Metaller-KV: Gewerkschaften rufen am 18. Oktober zum Aktionstag in den Betrieben auf

Dritte Runde mit FMTI ohne Ergebnis unterbrochen, Ausgang nächster Verhandlung entscheidend für mögliche Kampfmaßnahmen.

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die 192.000 Beschäftigten der Metallindustrie wurden am 16. Oktober fortgesetzt. Die dritte Runde mit dem Fachverband Metalltechnische Industrie (FMTI) wurde nach elf Stunden ohne Ergebnis unterbrochen. Die nächste Runde mit dem FMTI findet bereits am 19. Oktober in der WKO statt. Beginn ist um 16 Uhr. Bereits am Vortag werden die BetriebsrätInnen der gesamten Metallindustrie bei einem Aktionstag die Beschäftigten über die Forderungen und den Stand der Verhandlungen informieren.

Den Forderungen der Arbeitgeber erteilt das Verhandlungsteam der Gewerkschaften eine klare Absage. Unter der irreführenden Überschrift „KV 4.0“ kann sich der FMTI zum Beispiel für „schwächelnde“ Betriebe eine Verlängerung der Normalarbeitszeit ohne Lohnausgleich vorstellen oder Verschlechterungen bei den Kündigungsbestimmungen. Außerdem soll bei Eigenkündigung der Anspruch auf vier Stunden Freizeit pro Woche während der Kündigungsfrist entfallen und die Kündigungsfrist während der ersten fünf Dienstjahre verlängert werden. Ebenso stellen Arbeitgeber die durch den Kollektivvertrag gesicherten Freizeittage für Hochzeit oder Wohnungswechsel in Frage.

„Wir werden keine Verschlechterungen für die Beschäftigten im Kollektivvertrag zulassen und – wenn notwendig – alle gewerkschaftlichen Maßnahmen dazu ausschöpfen“, sagen die beiden Chefverhandler Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA-djp). Die nächste Verhandlung am Freitag werde zeigen, wie sozialpartnerschaftlich die KV-Runde weitergeführt werden kann. Gibt es auch dann keine Bewegung auf Arbeitgeberseite, werden die Gewerkschaften den Druck erhöhen und konkrete Kampfmaßnahmen beschließen. „Wir sind bereit, sozialpartnerschaftliche Verhandlungen zu führen und für die Beschäftigten einen guten Abschluss zu erreichen. Wir sind aber auch bereit, gemeinsam mit den Beschäftigten Kampfmaßnahmen in den Betrieben zu beschließen und durchzuführen“, betonen Wimmer und Dürtscher.

PRO-GE und GPA-djp fordern weiterhin fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt bzw. mindestens 100 Euro. Eine ganze Reihe an rahmenrechtlichen Forderungen betreffen die Änderungen im Arbeitszeitgesetz. Dabei geht es um Rechtssicherheit für die Beschäftigten wie etwa bei einer 4-Tage-Woche oder bei Ablehnung von Überstunden. Es geht um eine individuelle Wahlfreiheit bei Überstunden, sich diese in Freizeit oder Geld abgelten zu lassen. Das Erreichen einer 6. Urlaubswoche soll für alle deutlich erleichtert werden und für ArbeitnehmerInnen mit besonders belastenden Tätigkeiten wie Schichtarbeit, Akkord- oder Prämienarbeit soll es eine Verkürzung der Normalarbeitszeit geben. Hinzu kommen deutlich höhere Zuschläge für die 10. (75 Prozent), 11. und 12. Arbeitsstunde (100 Prozent).

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